Musikwissen /

Ein kleiner Auszug zum Bereich Musikwissen. Was hier gezeigt wird ist nur exemplarisch. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist unbegrenzt. Eine grundsolide Ausbildung ist immer gut. Es gibt aber viele gute Gitarristen die auch ohne eine theoretische Ausbildung Welterfolg hatten (Paco de Lucia). Peter Finger hat nach seinen ersten Blues Erfahrungen u.a. auch mit Stefan Grossman auch Musik studiert. Egal, als Autodidakt + Musikstudium gehört er heute als versierter Fingerstyler zur Weltelite.

Im Portal wird nur ein kurzer Ausschnitt von Themen angesprochen.
Zu Reharmonisation gibt es gute Bücher. Für Fingerstyle, Blues und andere Stilrichtungen kann man heute viele gute Lehrbücher und DVDs finden.

Reharmonisation

Durch Reharmonisation kann Abwechslung, Farbe oder Spannung in den musikalischen Ablauf einer Harmonie Folge gebracht werden. Der Ablauf klingt nicht mehr so langweilig, wenn mehrere Takte mit dem gleichen Akkord durch Reharmonisation substituiert wird.

Die drei Hauptstufen werden durch Tonika(I), Subdominante( iV) und Dominante(V) gebildet. Die Mollakkorde sind die Substitute der drei Hauptstufen.

Stufenakkorde in C Dur: C d e F G7 a B°. (kleine Buchstaben = Moll Akkorde)   

Beispiel:

         
Quelle     Ziel  
C     G7 C
/..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../
         

Backcycling:
Der Quintenzirkel zeigt uns, dass man jeden Akkord über dessen Dominat 7 Akkord oder parallel Moll 7 Akkord annähern kann (C7 -> F , D7 -> G , E7 -> A , ....), wenn der Abstand ein Intervall von 5 ist.
Man sucht den Akkord, der am besten zur Melodie passt.
Die obige Harmonie Folge werden wir nun zerlegen, in dem wir beim Akkord G7 rückwärts (backcycling Verfahren) zerlegen. Durch Hinzufügen von Akkorden, welche im Quintenzirkel einen Abstand von 5 haben, erhalten wir einen neuen Reharmonisationsablauf. (G7 -> 5 = D7) (D7 -> 5 = a) (a -> 5 = e).

         
Quelle     Ziel  
C /e......../a......../ /D7.............../ G7 C
/..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../
         

Akkord Substitution:
Ein Dur Akkord (I) kann entweder durch seinen Parallel Moll Akkord (VI moll) oder durch den sekundären Moll Akkord (III moll) ersetzt werden.
Für C Dur kommen somit a-Moll oder e-Moll in Frage. Wichtig ist allerdings, dass die Substitution auch zur Melodie gut klingt.

Warum ist das so ? Die Basis der Substitution von Akkorden sind gemeinsame Noten. Das Minimum sind wenigsten 2 gemeinsame Noten.
C Dur: C E G
a Moll: A C E
e Moll: E G B(H) 

         

Triton Substitution:
Gibt es keinen Konflikt mit der Melodie, so kann noch mehr Farbe ins Spiel gebracht werden. Ersetzt man einen Akkord durch einen anderen Akkord, dessen Grundton eine um einen Halbton von der 5.ten Stufe (flatted fifth) des Original Akkordes entfernt ist, nennt man dies Triton Substitution.

C7 -> ersetzen durch F#7
D7 -> ersetzen durch Ab7
G7 -> ersetzen durch Db7 (C#7)
e moll -> Bb7

Auch hier wieder, gemeinsame Noten der verwandten Akkorde bilden die Basis.

         
Quelle     Ziel  
/C....../B7...../ /Bb7..../a......../ /a/Eb7/D7/Ab7/ /d/Ab7/G7/..../ C
/..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../
         

Akkord Erweiterung:
Die Qualität eines Akkordes kann gesteigert werden durch Hinzufügen von Farbe und Spannung mit Noten im Abstand von 9,11,13 vom Grundton. Manchmal auch 5#,9#,b5,b9.

D7 -> D79 -> D79# -> D7b5 -> D13 -> D13b9 

Die Spannung ändert sich und möchte auch wieder aufgelöst werden. Dadurch entstehen interessante Stimmungsabläufe.

         
Quelle     Ziel  
/Cmaj7/B7..../ /Bb13../a7...../ /a7/Eb9/D9/Ab7b5/ /dm9../Ab7/G9/ /Cmaj7........../
/..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../ /..../..../..../..../
         

Passing tones:
Oft ist es auch möglich, einen Akkord durch den identischen Akkord anzunähern, der einen Halbton vom Grundton tiefer oder höher liegt.

Statt C7 also, Db7 C7 oder B7 C7

Einsatz von sus4:
Sus4 Akkorde sind Dur Akkorde, die anstatt der Terz eine Quarte enthalten, die Terz fehlt. Die Quarte sucht eine Auflösung zur Terz.

Csus4 -> C, Fsus4 -> F, G7sus4 -> G7

Einsatz von sus2:
Sus2 Akkorde sind Dur Akkorde, die anstatt der Terz eine Sekunde enthalten, die Terz fehlt. Die Sekunde löst sich zur Terz auf.

Csus2 -> C, Fsus2 -> F, Gsus2 -> G